DAS TRIPLE IST PERFEKT!

Der 4. Kulturstadttriathlon Weimar ist schon wieder Geschichte und damit auch unser Heimrennen in der 2. Triathlonbundesliga Nord. Am vergangenen Sonntag wurde das Schwanseebad Weimar erneut zur Heim- und Austragungsstätte für unseren Titelkampf in der 2. Triathlonbundesliga. Die Bedingungen ließen bis auf die hohen Außentemperaturen von 38Grad Celsius keine Wünsche offen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer bereiteten unter Anleitung unseres Vereins (HSV Weimar) eine Wettkampfstätte vor, die für den geneigten Bundesligastarter einen Festakt versprach.

„Weimar steht für Teamgeist! Es ist immer wieder unglaublich welchen Rückenwind wir von Seiten der Sponsoren, des Vereins und der vielen Thüringer Ehrenamtler erhalten, um im schönen Schwanseebad eine Bundesligaveranstaltung dieser Güte erleben zu dürfen“ resümierte unser Teammanager Aljoscha Willgosch.

Als Veranstaltungsauftakt durften die Kleinsten in unserem Sport zeigen, was in ihnen in steckt. Viele Kinder und Jugendliche hatten am Vormittag Zeit sich auf den Wettkampfstrecken der Profis auszutoben, bevor ab Mittag das Highlight des Tages wartete – die Frauen- und Herrenrennen der 2. Triathlonbundesliga Nord. Bereits das Frauenrennen präsentierte den anwesenden Zuschauenden einen dynamischen Wettkampf bei dem sich das Dresdener Spitzen Team Mitteldeutschland vor dem SSF Bonn Triathlon Team II und dem Absolute Teamsport KTT01 II durchsetzte. Mit einem Vorsprung von 1:13Minute auf das Zweitplatzierte Team konnten die Dresdener Spitzen einen souveränen Tagessieg für sich verbuchen.

TEAM WEIMARER INGENIEURE GREIFEN NACH DEM TRIPLE

Ähnlich souverän siegte unsere Mannschaft im Herrenrennen vor einem Jahr. Damals setzten sich unsere Jungs um Theo Sonnenberg, Philipp Mack, Leon Fischer und Phil Pfeifer ebenfalls mit über einer Minute Vorsprung auf den Verfolger DLC Aachen durch. Damit schaffte die Mannschaft den zweiten Heimsieg in Folge, nachdem sie bereits 2024 gewinnen konnten. Die Weimarer Erwartungshaltung an unsere Jungs war für das diesjährige Heimrennen folgerichtig groß. Dennoch entschied sich unser sportlicher Leiter Tom Eismann für eine vergleichsweise junge Mannschaft. Phil Pfeifer (18Jahre), Stig Rudolph (18Jahre), Leon Fischer (21) und John Heiland (35) hießen die Protagonisten unseres Teams für die Mission „Triple“.

Die 15 Zweitligamannschaften stellten jeweils einen Starter und drei weitere Athleten für das Staffelrennen im Supersprint (200m Schwimmen, 6km Radfahren und 1,5km Laufen). Mit seiner unbekümmerten Art durfte Phil Pfeifer seine Schwimmstärke gleich zu Beginn des Rennens ausspielen und versuchen, im Konzert der Großen mitzuspielen. Nach einem guten Start ging er nach 50m als zweiter um die erste Boje und setze sich an den Füßen des Führenden fest. Bereits nach 120m konnte er ein weiteres Mal beschleunigen und mit ein paar kräftigen Armzügen die Führung übernehmen. Dabei verschaffte sich Phil mit zwei Begleitern etwas Luft nach hinten. In Führung liegend absolvierte er einen schnellen ersten Wechsel aufs Rad, behauptete sich in der Gruppe und musste lediglich beim Laufen, gegen zwei ausgewiesene Laufspezialisten von Köln (Edgar Hofmann) und Bonn (Mattia Weßling), etwas Feder lassen. Mit wenigen Sekunden Rückstand auf das führende Duo vom Rhein schickte Phil den nächsten Jungspund ins Rennen.

Stig Rudolph sprang beherzt in das 30 Grad warme Wasser des großen Schwimmbeckens und schloss bis zum Schwimmausstieg die Lücke auf die vor ihm liegenden Sportler Maarten Appermanns (Köln) und Jonathan Trebst (Bonn). Immer wieder versuchte unser Sportler auf dem Rad beherzt zu agieren und konnte sich jedoch nicht entscheidend absetzen. Erst beim Wechsel vom Rad zum Laufen, den er in Rekordzeit absolvierte, schaffte er etwas Platz zwischen sich und seine beiden Konkurrenten ums Podium. Mit nicht nachlassender Energie flog er über die 1,5km beim Laufen und baute den Vorsprung auf ca. 20sec aus. Während dieses Parforceritts zeichnete sich jedoch noch eine Hiobsbotschaft ab. Phil Pfeifer und damit unserem Team wurde durch zu spätes Absteigen beim Radfahren eine Zeitstrafe von 10sec aufgebrummt. Es war also klar, dass diese von irgendeinem der Athleten noch abgesessen werden musste. Die Teamleitung reagierte umgehend, informierte die noch folgenden Sportler Leon Fischer und John Heiland, dass diese Zeitstrafe so spät wie möglich beglichen wird.

Als Stig seinen Vorsprung souverän verteidigte und an Leon übergab, war niemandem klar, dass der Jungspund am Tagesende sogar die schnellste Tageseinzelzeit für sich verbuchen wird. Damit stellte Stig sein ähnlich hohes Leistungspotential, wie das von Phil Pfeifer, eindrucksvoll unter Beweis. Unser Weimarer Eigengewächs Leon allerdings, bereits zum dritten Mal in der Startaufstellung beim Heimrennen, spielte seine Erfahrungswerte mit Bravour aus. Das einsame Schwimmen hinderte ihn nicht daran, den Vorsprung auf die Verfolger aus Bonn, Köln und dem Münsterland weiter auszubauen. Wie angestachelt von den heimischen ingWE-Ultras bretterte er mit seinem Argon 18 durch die Weimarer Innenstadt und schraubte die Führung auf bis zu 50sec hoch. Leon, der während seines Studiums in den USA fleißig an seiner Laufperformance gearbeitet hatte und in den vergangenen Wettkämpfen noch etwas mit der Abschlussdisziplin haderte, ließ davon nichts mehr durchblicken. Kurze Bodenkontaktzeiten, stabiler Rumpf und ein sehr flüßiges Laufbild zeigten, dass das Wintertraining durchaus Früchte getragen hatte. John Heiland wünschte sich im Vorfeld einen Vorsprung von einer Minute, um sein eigenes Rennen als Schlussstarter machen zu können. Niemand hatte damit gerechnet, dass dem wirklich so geschehen konnte und Leon erfüllte ihm den Wunsch.

Unser Routinier konnte somit frei aufspielen, sein eigenes Rennen absolvieren und die 10sec-Strafe von Phil Pfeifer entspannt auf der ersten von zwei Laufrunden absitzen. Trotz des völlig einsamen Rennens, das er bestritt, konnte auch John noch die zehntschnellste Zeit des Tages einfahren und unter Beweis stellen, dass er mit 35 Jahren immernoch zu den ganzschnellen der 2. Triathlonbundesliga Nord gehört. Überglücklich und um viel Druck leichter überquerten unsere vier Sportler gemeinsam die Ziellinie im Schwanseebad Weimar. Ekstase unter den Athleten, Betreuern, Fans und Veranstaltern, denn das Triple war perfekt!

Am Anfang noch optimistisch sagte unser sportlicher Leiter Tom Eismann im MDR-Interview: „Das (Triple) ist für uns auf jedenfall die Zielstellung. Wir wissen die Konkurrenz ist stark, so wie jedes Jahr, aber wir möchten das heute wieder für uns biegen und als Sieger hier ins Ziel laufen.“

Er sollte Recht behalten und durch sein Team den Rücken gestärkt bekommen. Mit dem Tagessieg im Heimrennen springt unsere Mannschaft in der 2. Triathlonbundesliga an die Tabellenspitze und grüßt zumindest bis zum nächsten Rennen am 12.07. in Verl von ganz oben. So darf es weitergehen!

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Ergebnisse Mannschaft
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